Donnerstag, 28. Oktober 2010

Nachgekocht: 2 x indisch

In der Blog-armen Zeit habe ich zwischendurch auch ab und zu gekocht - in der Küche zu stehen und etwas sinnvolles, essbares zu produzieren macht Spaß, gibt Kraft und hilft mir zu entspannen.

Umso besser wenn die Gerichte kreativ, gemüsig und gesund sind. Zwei indische Rezepte, die ich auf Blogs gesehen hatte, waren in meinem Ausprobieren-Ordner der Suite - endlich kam ich dazu, sie nachzukochen.

Das eine waren die indischen Kartoffelküchlein, die die Hedonistin vor einiger Zeit vorgestellt hatte. Sie stammen im Original von einem indischen Koch namens Atul Kochhar, der seit längerem in England mehrere Restaurants bekocht und von sich behauptet, die indische Küche neu erfunden zu haben. Er hat zwei Michelin-Sterne und hat bereits einige Kochbücher veröffentlicht.

Die Aloo Tikki sind etwas zeitaufwändig, aber lohnen: Vom Geschmack her wunderbar aromatisch abgerundet, super gewürzt und richtig gut. Wir hatten Mango Chutney dazu, das passte perfekt. Die Küchlein befinden sich in der mittleren Pfanne und vorne auf meinem Teller:

Das zweite war ein Klassiker: Bihari Masala mit Grünen Bohnen, gekocht von Datenhamster, nachgekocht bei Petra, ursprünglich von der Kochbuchautorin Julie Sahni, zu finden hier. Angeblich ein Alltagsgericht, das seit Jahrhunderten in Bihar so gekocht wird.

Ich war leider noch nie in Bihar und weiß daher nicht, ob es dort Bohnen, Mandeln und Kokosnüsse gibt - aber das kann gut sein. Bihar liegt im Nordosten Indiens an der Grenze zu Nepal, gilt als ärmster Bundesstaat und hat ungefähr so viele Einwohner wie Deutschland, Österreich und die Schweiz zusammen. Bihar ist bei Touristen vor allem bekannt für seine Klöster und heilige Stätten. Der Baum, unter dem vor über 2.500 Jahren Buddha seine Erleuchtung fand, befindet sich in Bihar, bzw. ein Ableger - der Ursprungsbaum hat dann doch nicht so lange überlebt.

Das klingt für mich sehr interessant. Und dann war das Gericht noch so superlecker, dass Bihar auf die Reise-Liste kommt. ;-)

Zu den beiden Gerichten gab's für uns mit indischen Gewürzen angereicherten Vollkornreis (ähnlich gewürzt wie hier bei Estrellacanela). Normaler weißer Basmati oder ähnliches ist sicher mehrheitsfähiger. Aber ich wollte es ja gesund. ;-)

Hier die Rezepte:

Bei den Aloo Tikki hatte ich erst vergessen, den Kreuzkümmel dazu zu geben (der schlummerte im Mörser) und habe nur einen Teil damit gewürzt. Die Kartoffelplätzchen schmecken in beiden Varianten.

==========REZKONV-Rezept - RezkonvSuite v1.4
Titel:Aloo Tikki - Indische Kartoffelküchlein
Kategorien:Gemüse, Kartoffel, Bratling, Indien
Menge:1 Rezept

Zutaten

400GrammKartoffeln, geschält, geviertelt
1Scharfe rote Chili, in feine Ringe geschnitten
1Essl.Ingwer, fein gehackt
1 1/2Teel.Kreuzkümmel (Cumin), trocken angeröstet,
-- gemörsert
2Essl.Korianderblätter, gehackt
Salz
HZUM BRATEN
Öl oder Butterschmalz oder Ghee

Quelle

Rezept aus Atul Kochhars "Die neue indische Küche"
http://hedonistin.blogspot.com/2008/04/aloo-tikki-
kartoffelkchlein.html
Erfasst *RK* 06.04.2008 von
Barbara Furthmüller

Zubereitung

Kartoffeln 5-7 Minuten in Salzwasser vorkochen. Abgießen, etwas abkühlen lassen und raspeln. Mit den Gewürzen vermengen und mit Salz abschmecken.

Aus der Masse kleine flache Küchlein (1 cm dick, 5 cm Durchmesser) formen und 20 Minuten in den Kühlschrank stellen. Anschließend bei milder Hitze beidseitig in 3-5 Minuten goldbraun braten.

Dazu passt z.B. Gurkensalat und Mango-Chutney.

=====


Die beiden Gerichte passten übrigens super zueinander.

Zum einen die knusprigen Küchlein mit Röstaroma und den Gewürzen, leicht scharf durch die rote Chili (ich glaube, ich hatte sogar zwei Schoten genommen), das andere etwas milder, satt-grün, kokosnussig-mandlig abgeschmeckt. Perfekt!


==========REZKONV-Rezept - RezkonvSuite v1.4
Titel:Bihari Masala mit Grünen Bohnen
Kategorien:Gemüse, Bohne, Gewürze, Schnell, Indien
Menge:2 bis 3 Portionen (mit Reis)

Zutaten

1-2Essl.Öl
3Essl.Mandelblättchen
1/2TasseZwiebeln oder Schalotten, fein gehackt
2Knoblauchzehen, fein gehackt
1-1 1/2Teel.Kreuzkümmel, gemahlen
1Teel.Korianderpulver
1Teel.Paprika edelsüß
1/2Teel.Chiliflocken
3/4Teel.Grobes Meersalz
180mlKokosmilch
400-500GrammGrüne Bohnen, geputzt, nach Wunsch in 2,5-cm
-- Stücke geschnitten
EtwasFrischer Limettensaft
1HandvollKoriandergrün, gehackt

Quelle

Rezept von Julie Sahni, Diner's Journal, New York Times
http://www.datenhamster.org/2010/07/grune-bohnen-masala/
http://www.kleineisel.de/blogs/brotundrosen.php/2010/08/
22/nachgemacht-indische-bohnen
Erfasst *RK* 14.08.2010 von
Petra Kleineisel

Zubereitung

Öl in einer Pfanne erwärmen. Darin die Mandelblättchen goldbraun anrösten. Herausheben und beiseite stellen.

Zwiebeln, Knoblauch und Gewürze in die nicht ausgewischte Pfanne geben und auf mittlerer Hitze ca. 4 Minuten anschwitzen.

Kokosmilch zugießen, angebräunte Stellen loskochen, dann die Bohnen untermischen. Alles garen bis die Bohnen weich sind (oder den von Euch gewünschten Biss haben - Barbara: 10 Minuten).

Mit Limettensaft besprenkeln, Koriandergrün untermengen und nochmal abschmecken. Mit den Mandelblättchen bestreuen.

Dazu passt Basmatireis.

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Dienstag, 26. Oktober 2010

Feldsalat mit Hokkaido-Kürbis

Auch im Herbst gibt's leckere Salate und ich freue mich immer, wenn es den ersten Feldsalat gibt. Eine Zeitlang gab es auch bei mir im Garten welchen - er hatte sich von der Beetanpflanzung kommend wohl selbst ausgesät und wuchs an teils mitten auf der Wiese.

Dieses Jahr muss ich sowohl Feldsalat als auch Kürbis kaufen - aber auch mit gekauftem Gemüse kann man leckere Salate zaubern.

Ein Klassiker, der vor über 3 Jahren schon mal auf dem Blog war, ist Feldsalat mit lauwarmem Kürbis, frisch angebraten mit etwas Zwiebeln oder Schalotten und Speck. Den Speck braucht's nicht unbedingt, aber bei der Kälte war mir danach.

==========REZKONV-Rezept - RezkonvSuite v1.4
Titel:Lauwarmer Feldsalat mit Hokkaido-Kürbis und Speck
Kategorien:Salat, Warm, Kürbis, Herbst
Menge:1 Rezept

Zutaten


EinigeHandvoll Feldsalat
2Essl.Speck; geräuchert
1/2Hokkaidokürbis
1Schalotte
2-3Essl.Olivenöl
1Teel.Rotweinessig, Balsamico oder Crema Balsamica
1Teel.Dijonsenf oder Honig-Senf (kann man auch
-- weglassen)
1/2Zitrone; den Saft
Muskat
Salz, Pfeffer

Quelle

Standardrezept für kühle Herbsttage
Erfasst *RK* 21.10.2010 von
Barbara Furthmüller

Zubereitung

Speck würfeln oder in Stücke schneiden. In einer beschichteten Pfanne anbraten.

Kürbis waschen, die Kerne entfernen und das Kürbisfruchtfleisch in Scheiben schneiden. Schalotte in Scheiben oder Würfel schneiden. Kürbis und Schalotten zu dem Speck geben und alles zusammen brutzeln lassen. Dabei öfter mal wenden - evtl. etwas Öl dazu geben, damit nichts verbrennt.

Feldsalat putzen, waschen und schleudern. In eine Salatschüssel geben. Den Inhalt der Pfanne dazugeben.

Für die Vinaigrette Olivenöl, Essig, Senf, Zitronensaft und Gewürze in der Pfanne verrühren.

Vinaigrette auf den Salat geben und alles unterheben. Sofort servieren.

Dazu passt eine Scheibe Brot.

Varianten: Etwas Knoblauch und/oder Ingwer dazu. Lecker schmeckt auch etwas Kürbiskernöl dazu. Zum Abschmecken einen Hauch Zimt macht den Salat orientalischer.

=====


Diesmal gab's ganz passend ein (gekauftes) Hokkaidokürbis-Brot dazu.

Auch ein paar Walnusskerne schmecken gut, wenn man sie über den Salat gibt. Eigentlich kann man - wie immer bei Salaten - super damit improvisieren und hat so eine sättigende, aber nicht allzu müde machende Mittagsmahlzeit.

Montag, 25. Oktober 2010

Quittenmus

Dieses Jahr gibt es wunderschöne Quitten. Unser Bäumchen, das wir vor einigen Jahren selbst gepflanzt haben, trägt fleißig. Es sind Birnenquitten.

Ich mag aus Quitten am liebsten ein ganz einfaches Dessert, das ich hier schon verbloggt habe.

Kürzlich las ich bei Irene vom Blog Widmatt das Rezept ihrer Großmutter für Quittengelee. Das las sich wunderbar einfach und für Entsafter-Verweigerer wie mich optimal: Ich habe also angefangen, Quitten mit etwas roter Apfelschale (auch aus dem Garten) zu köcheln und hab es dabei wohl zu gut gemeint: Meine Quittenwürfel waren recht schnell verkocht und lieferten später kaum Saft. Das hätte höchstens für 2 Esslöffel Gelee gereicht.

Also musste ich umdisponieren und habe die komplette Masse nochmal aufgeköchelt, bin mit dem Pürierstab durch und habe die Quitten dann durch ein Sieb gegeben. Das hat ganz gut funktioniert. Mit einem Rest Gelierzucker, der sich noch in der Speisekammer fand, ergab das dann eine wunderbare Quittenkonfitüre.

==========REZKONV-Rezept - RezkonvSuite v1.4
Titel:Barbaras Quittenmus bzw. Quittenkonfitüre
Kategorien:Einmachen, Quitte
Menge:1 Rezept für 3 Gläser ca.

Zutaten

4Quitten; ca.
EtwasRote Apfelschale (von einem Apfel); evtl.
EtwasWasser
200GrammGelierzucker 1:3; ca. oder Zucker

Quelle

eigene Vorgehensweise nach verschiedenen Quellen
Erfasst *RK* 24.10.2010 von
Barbara Furthmüller

Zubereitung

Quitten waschen, den Flaum entfernen und die Blüten sowie den Stiel rausschneiden. Den Rest der Quitten (also mit dem Gehäuse) grob würfeln. Den Apfel schälen: Die Schale zu den Quittenwürfeln geben, den Rest des Apfels aufessen. Quittenwürfel und Apfelschale mit so viel Wasser in einen Topf geben, dass die Quittenwürfel fast bedeckt sind. Mit einem Deckel abdecken und köcheln lassen. Ein paar Minuten kochen, bis die Quitten weich sind und 24 Stunden ziehen lassen.

Die Quittenwürel kurz mit dem Pürierstab zerkleinern und die Masse dann durch ein Sieb oder eine flotte Lotte passieren.

Die Quittenmasse abwiegen - bei mir waren es 600 Gramm. Mit Gelierzucker (Menge der Packungsbeilage entnehmen) mischen und über Nacht ziehen lassen.

Gläser und Deckel säubern, auf eine geeignete Oberfläche (z.B. in ein Edelstahl-Spülbecken) stellen und mit kochendem Wasser füllen, so dass diese desinfiziert werden. Wasser wieder abgießen.

Die Quitten-Zucker-Masse zusammen aufkochen, 4 Minuten sprudelnd kochen lassen. Dabei rühren, damit nichts anbrennt. Das Quittenmus in die Gläser verteilen, mit dem Deckel verschließen, umdrehen, nach ein paar Sekunden wieder zurück drehen und abkühlen lassen.

Das Quittenmus riecht wunderbar aromatisch nach Quitte. Es schmeckt gut auf einem gebutterten Brot (Vollkorn, Toast oder auch auf einem Brötchen) und eignet sich wie die spanische Variante Membrillo auch super als Beilage zu Käse.

Variante: Man kann noch etwas frisch gepressten Zitronensaft dazugeben, bevor man die Quittenpaste mit dem Zucker zusammen aufkocht.

Achtung: Das Quittenmus brennt leicht an, wenn es mit dem Zucker zusammen aufgekocht ist; also ständig rühren und evtl. etwas mehr Wasser dazu geben. Falls der Topf je doch schwarz geworden sein sollte: Abkühlen, ein Päckchen Backpulver und Wasser hineingeben, etwas einwirken lassen, dann aufkochen (Vorsicht, schäumt!) - so kann man das Verkohlte wieder lösen.

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Mein so durch Zufall entstandenes Rezept ist ziemlich ähnlich wie das von Rike; sie kocht allerdings das Gehäuse separat vom Fruchtfleisch, was zuerst beim Rüsten mehr Arbeit bedeutet, beim Passieren aber sicherlich schneller geht.

Wer mehr Rezepte mit Quitten sucht, findet hier eine Sammlung. Schon lange will ich Ilkas Quittenbrot nachmachen - das hier geht zumindest vom Geschmack her schon mal in die Richtung. Auch Robert hat bereits Quittenpaste hergestellt - super beschrieben hier. Und ich sehe gerade, auch Katia hat schon Quittenkonfitüre gezaubert, spicy abgeschmeckt - klingt auch sehr gut.

Super, dass es dieses Jahr so viele und so schöne Quitten gibt!

Donnerstag, 21. Oktober 2010

Mango-Dessert die zweite

Aus der zweiten Mangohälfte gab's - seit langem mal wieder - einen unserer Klassiker: Mango mit Sahne - mmhm.

Mango und Sahne harmonieren wunderbar, finde ich. Wenn die Mango richtig süß ist, gibt sie ihr Aroma an die Sahne ab. Ein Hauch brauner Zucker kommt oben drauf, dann wird das Ganze kurz übergrillt und serviert. Diesmal hatte ich noch Granatapfelkerne übrig, die sahen als rote Farbtupfer ganz hübsch aus.

Neu war mir, dass man Mangoschalen essen kann. Bei Reisen in tropische Länder beherzigt man ja gerne das "Peel it, cook it, or forget it". Meist versuche ich, mich daran zu halten, schäle, esse durchgegartes oder manches halt auch nicht. Mango fiel immer in die "peel it" Kategorie.

Als ich gestern meinem Mitkoch die Aufgabe übertrug, die Mangos zu würfeln war ich dann erstaunt, als er sie nicht schälte... Einen Teil haben wir dann doch von den Schalen befreit und diese auch einfach mal probiert. Sie schmecken ähnlich wie Apfelschalen, etwas härter.

Ich habe dann kurz im Internet recherchiert, wo sich wie so oft sehr viele Meinungen finden; es scheint wohl so zu sein, dass man die Schalen problemlos essen kann - auch zu viel Angst vor Pestiziden o.ä. braucht man nicht zu haben; wobei eine Bio-Qualität sicherlich gesünder ist. Wieder was gelernt. :-)

==========REZKONV-Rezept - RezkonvSuite v1.4
Titel:Mango-Dessert mit Granatapfelkern-Dekoration
Kategorien:Süßspeise, Warm, Mango
Menge:2 Personen

Zutaten

1/2Mango
Sahne
2Teel.Rohrzucker
EinigeGranatapfelkerne

Quelle

Standardrezept
Erfasst *RK* 20.10.2010 von
Barbara Furthmüller

Zubereitung

Die Mango schälen oder nicht schälen (man kann die Schalen essen, wenn die Mango nicht allzu sehr belastet ist), vom Kern lösen und in Würfel schneiden. Das Fruchtfleisch in kleine ofenfeste Förmchen füllen. Mit Sahne bedecken.

Rohrzucker bestreuen und mit einem Gasbrenner oder im Grill des Backofens karamellisieren lassen. Dabei bleiben, nicht dass es zu schwarz wird!

Mit Granatapfelkernen dekorieren und sofort servieren.

Variationen:

Wenn es draußen kalt ist und man lieber ein richtig warmes Dessert mag, kann man die Mangos einige Minuten im Backofen erwärmen, bevor man den Zucker aufstreut und wie oben verfährt.

Statt Granatapfelkernen eignen sich auch andere Früchte. Oder man genießt den Mango-Nachtisch pur.

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Diesmal hatte ich auch Glück mit der gekauften Mango, sie war recht süß und aromatisch, allerdings nicht ganz so gut wie ich sie von Reisen in die Tropen kenne oder wie die, die ich letztes Jahr von Spanish Mango bekommen hatte.

Oft ging es mir in letzter Zeit so wie Lilly aus der Mini-Küche, dass gekaufte Mangos von steinhart und geschmacklos direkt zu verdorben übergingen ohne dass man sie essen konnte. Vielleicht hätte ich wenigstens die Schalen essen sollen? ;-)

Dienstag, 19. Oktober 2010

Exotisches Müsli

Bei mir gab's die letzten Wochen wenig selbst gekochtes, dafür viel Junk Food, Essen gehen, belegte Brote, usw.

Naja, ganz so schlimm wie das klingt, war es auch nicht: In Gasthäusern und Restaurants kann man ja wählen, was einem gefällt, einmal die Woche Chili Cheese Burger ist gut als Stoffwechseltrainung, und es gab frisches Baguette sowie bestes Vollkornbrot aus einer Bestellung (mein Favorit ist das Dinkel-Essener) mit diversen französischen Käsesorten und anderen Leckereien (ein kleiner Umweg über einen französischen Supermarkt kürzlich!). :-)

Ein paar Mal wurde auch selbst gekocht, etwas davon wird noch auf dem Blog landen, das meiste habe ich aber nicht fotografiert. Dafür habe ich heute beim zweiten Frühstück ein Foto auf der herbstlichen Spielwiese geschossen und möchte Euch dies nicht vorenthalten.

Das bewährte Getreidemüsli mit exotischen Früchten aufgepeppt: Mango und Granatapfelkerne sehen zum einen gut aus, schmecken zum anderen richtig lecker.

Das gibt Power bei dieser Kälte.

==========REZKONV-Rezept - RezkonvSuite v1.4
Titel:Exotisches Müsli
Kategorien:Frühstück, Getreide, Mango, Granatapfel, Winter
Menge:2 Personen

Zutaten

5-6Essl.6-Korn-Getreidemischung*
Wasser
1/2Mango
1/2Granatapfel**
1-2Essl.Sonnenblumenkerne
1-2Teel.Amaranth-Popps (kann man auch weglassen)
Joghurt, Quark, Milch, Kefir, o.ä

Quelle

eigenes Rezept
                   -- Erfasst *RK* 19.10.2010 von
                   -- Barbara Furthmüller

Zubereitung

Am Vorabend Getreide in einer Getreidemühle grob schroten. Mit soviel Wasser bedecken, dass das Getreideschrot bedeckt ist. Über Nacht in den Kühlschrank und einen kühlen Raum stellen.
Am Morgen das aufgequollene Getreide in zwei Schüsselchen verteilen.
Mango um den Kern herum halbieren, in Würfel schneiden. Granatapfel halbieren, die Kerne lösen (das geht gut in einer Schüssel mit Wasser). Mit den Sonnenblumenkernen und den Amaranth-Popps zusammen in die Schüsselchen geben. Joghurt, Quark, Milch, Kefir o.ä. darüber gießen, umrühren und genießen.
Tipps und Anmerkungen:
* Man kann auch nur ein oder zwei Getreide oder eine 5-Korn-Mischung verwenden.
** Wenn man es noch fruchtiger mag, kann man auch noch einen geraspelten Apfel oder etwas Banane dazugeben.
Lecker schmecken bestimmt auch Kokosflocken dazu, oder Walnusskerne. Der Phantasie sind fast keine Grenzen gesetzt.
=====

Dienstag, 5. Oktober 2010

Stromburg und Kochkurs bei Johann Lafer

So, die paar Tage sind rum, heute bin ich früh aufgestanden und habe angefangen zu tippen, bevor ich alles vergesse. ;-)

Manche haben es ja mitbekommen, dass ich zurzeit sehr viel um die Ohren habe. Im Blog ist es ruhig geworden, die Events im Gärtnerblog habe ich aufgegeben (im Augenblick macht Sus diese alleine und freut sich sicher über Verstärkung!) und zum Kommentieren, Mails beantworten oder Social Networken bleibt fast keine Zeit.

Da war es eine willkommene Abwechslung, von HP eine Auszeit geschenkt zu bekommen. Wie Zorra, Peggy, Claudia, Sivie, Katharina, Mia und zwei Journalisten hatte ich die Einladung zu einem HP-Event mit Johann Lafer angenommen und habe vorletzte Woche 24 wunderschöne Stunden in Rheinland-Pfalz verbracht.

Ein herzlicher Dank geht an Claudia für dieses Foto. Ich habe mich ehrlich gesagt ziemlich laienhaft angestellt, als es darum ging, mit einem mir nicht gut in der Hand liegenden Messer ein Filet aus diesem Prachtexemplar von Steinbutt zu schneiden.

Aber der Reihe nach:

Anreise war am Dienstag Abend und ich war froh, nach einer Fahrt quer durch Deutschland bei schönem Wetter und viel Stau doch noch rechtzeitig, wenn auch ziemlich erschöpft, auf der Stromburg anzukommen.

Es blieben ein paar Minuten, um in meinem noblen Zimmer (ich hatte dieses Deluxe-Zimmer, benannt nach Bernard Loiseau, über den ich mal eine Biografie gelesen hatte) kurz zu duschen und mich umzuziehen, dann ging's auch schon los mit einem roséfarbenen Champagner als Apéritif zum Auflockern und dem Kennenlernen der anderen Teilnehmer in der Lobby.

Insgesamt neun Gäste (1 Mann als Hahn im Korb), dazu drei Damen von HP und eine von der PR Agentur. Also ein überschaubarer Kreis. Lauter nette Menschen, die sich nach einem kurzen Beschnuppern viel zu sagen hatten.

Es ist immer wieder super, wenn man Foodblogger trifft, die man bisher nur von ihren Blogs kennt. Ein bekanntes Gesicht habe ich auch getroffen: Es war toll, Zorra wieder zu sehen; diesmal nicht in Spanien.

Die Geschmacksexplosionen auf den Löffeln auf dem Foto links waren fantastisch: Von oben nach unten Lachs an einer Avocadocreme, Praline von Foie Gras im Mantel von Himbeeressiggelee mit Sommertrüffel, Frischkäsepraline im Walnuss-Wasabimantel auf Kürbiskernpesto und ein Bonbon von Campari und Orange. Mmhmm, das zergeht auf der Zunge. :-)

Weiter ging's ins Restaurant Le Val d'Or, das an diesem Abend geschlossen war, bis auf uns und eine weitere Gruppe, die aber woanders gegessen hat. Wir bekamen einen "kleinen Gruß" des Küchenteams: Süßlich gebeizter Saibling auf Apfelperlen mit Joghurt, Creme von Steinpilz mit Ochsenschwanzragout und Parmesanschaum und ganz rechts auf dem Foto gebackener Steinpilz auf Sauce Remoulade - zusammen in einer Holzschachtel serviert:

Danach wurde die Vorspeise "Flusskrebse nach Wiener Art" kredenzt: Flusskrebsschwänze in Tomaten-Knoblauchbutter glaciert auf einer Panade vom Wiener Schnitzel, Tatar von Flusskrebs mit einer Mango-Creme-Fraiche, bunter Kartoffelsalat, Essenz von Flusskrebsen mit Wurzelgemüse und Scherenfleisch, begleitet von einer 2008er Riesling Spätlese trocken vom Weingut Königswingert in Guldental, Nahe.

Imposant fand ich das "Steinpilze - Tee [Essenz : Pudding : Savarin]" genannte Gericht auf dem Foto in der Mitte: Eine Essenz von Steinpilz aufgegossen auf einem Pudding, Ragout und Savarin mit einem in Olivenöl marinierten Steinpilz sowie Steinpilzmehl auf dem Tellerrand. Das Steinpilzmehl schmeckte wirklich extrem nach Steinpilz. :-)

Eigentlich wäre ich danach schon fast satt gewesen, aber bevor der Hauptgang kam, bot sich die Gelegenheit für etwas Bewegung. Wir wurden eingeladen, einen Blick in die Restaurantküche und in den Weinkeller zu werfen.

Danach war im Magen wieder Platz und er bekam „Soonwald Reh”: Rosa gebratenes Rückenfilet auf einem Pfifferlingstatar mit Karotten, diese in Tahiti-Vanillie glaciert, Granny-Smith-Apfelsalat mit geräuchertem Rehschinken und Cranberries, ein mit Holundercreme gefüllter Krapfen auf einer Birnen-Pastinaken Mousseline sowie Birnenchutney an einer gelierten Rehessenz, perfekt begleitet von einem 2006 St. Laurent vom Weingut Montigny in Laubenheim, Nahe. So sah das dann aus:

Spannend war der Krapfen in Kombination mit dem Rest. Wir haben kurz darüber diskutiert, dass man auch Berliner oder Pfannkuchen dazu sagen könnte und wessen Aufgabe es wohl war, die Minipilze so geradlinig anzuordnen.

Das Dessert wurde auf einer Schieferplatte serviert.

Besonders gut fand ich die Eiscreme von Caramel, die mit Keksstücken und gebackenen Strudelteig links auf dem Foto zu sehen ist. Positiv interessant war das Parfait von Caramel im Geleemantel von Apfel mit Apfel-Vanillie Ragout, meiner Meinung nach etwas flach die Creme Caramel mit Balsamico, Kresse und Apfelperlen. Auch die Mini-Baisers mit Apfelgeschmack waren nicht so meins, sie geben optisch natürlich etwas her.

Wer schon einmal in einem Gourmet-Restaurant gegessen hat, weiß, dass der Genuss damit immer noch nicht zu Ende ist... Weiter ging's mit hübsch dekorierten süßen Kleinigkeiten, die immer für mehrere Personen gedacht waren und unterschiedlich geschmeckt haben. Wir waren so satt, dass wir uns diese Miniportionen teilweise noch geteilt haben. Im großen und ganzen waren sie mir zu süß. Danach gab's noch Pralinen (ich hatte eine mit Lavendel und Aprikose und eine zweite mit etwas krokantigem, glaube ich).

Was die süßen Bestandteile des Menüs anging, war ich ein klitzekleinwenig enttäuscht, da hatte ich mir von dem gelernten Pâtissier Lafer doch mehr erwartet - aber wahrscheinlich ist das subjektiv und ich war nach all den Köstlichkeiten zuvor schon so verwöhnt, dass sich keine Steigerung mehr einstellen konnte... ;-)

Das Menü war jedenfalls eines Sternerestaurants angemessen, sehr sehr abwechslungsreich, gute Zutaten, perfekte Zubereitung, sehr gut. Schön fand ich auch, dass zu dem Essen Weine aus der Region serviert wurden.

Das Essen zog sich bis kurz vor Mitternacht hin. Ich hatte vorgeplant und ein weites Kleid an, so dass Platz für viel Essen war. ;-)

Die Nacht war dann auch viel zu kurz. Vor dem Frühstück habe ich in meinem Zimmer noch die kleine Kaffeemaschine ausprobiert, praktisch.

Nach dem Frühstück (das natürlich auch super war, aber ich hatte wirklich keinen Hunger...) habe ich mir kurz den Garten der Burg bei Tageslicht angesehen, bevor es weiter nach Guldental ging.

In Guldental finden sich wenige Parkplätze und neben dem Haus der Lafers das Fernsehstudio und die Kochschule.

Nach meiner langwierigen Parkplatzsuche kam ich etwas spät, so dass ich die ersten Minuten verpasste. Auf meinem Stuhl fand sich bereits eine Tüte mit einer Mappe mit den Rezepten und einem Notizbuch - und es sollte bald los gehen. Zuvor wurden wir noch kurz darüber informiert, dass im Hause Lafer alles, was IT angeht, mit HP gelöst ist. Von der Rezeption im Hotel bis hin zu allem Schnickschnack in der Kochschule. Beeindruckend war der große Monitor, auf dem am Anfang Videos abgespielt wurden, der sich dann aber zum Bedienpult für die Show entpuppte.

Von der gegenüberliegenden Seite bediente Johann Lafer per Handbewegung (statt Maus) das Menü und wählte Begrüßung, Apéritif, Kochen 1, Essen 3, Urkunde oder gar Candlelight oder Party aus. Entsprechend reagierte die Technik im Raum - die Beleuchtung, die Musik, alles. Schon beeindruckend...

Das war dann auch schon fast alles an Werbeaktion - also alles nicht so schlimm wie andere Blogger schon befürchtet hatten. Im Gegenteil, schön entspannt!

Zwei TouchSmart Notebooks lagen herum, wir konnten ganz am Ende der Veranstaltung damit spielen. Schön ist, dass man damit herkömmlich tippen kann oder eben auch eine Eingabe durch Berühren des Bildschirms tätigen kann - oder man schreibt auf den Bildschirm und probiert, wie gut Texterkennungssoftware heutzutage schon ist. Benutzerfreundlich.

Die Rezepte lagen ausgedruckt da, damit wurde gekocht - wie bei mir auf der Spielwiese auch. :-)

Der Raum ist der Länge nach zweigeteilt, eine Hälfte mit Tisch und Platz fürs Essen, die andere ist eine große Küche, in der schon zwei Assistenzköche auf uns warteten. Eine Überraschung gab's auch hier: Fabian, einer der Hüttenhelfer, arbeitet hier und hat nicht nur mir einiges beigebracht.

Die Küche ist modern und hoch funktional eingerichtet - ein Gemeinschaftsprojekt mit dem Fraunhofer-Institut. Die Schränke z.B. haben keine Griffe und öffnen sich, wenn man zweimal dagegen stößt. Die Produkte, für die Lafer wirbt, werden überall eingesetzt - und manche machen Lust darauf, sie auch zu erwerben und damit die heimische Küche aufzumöbeln. Mir hat es vor allem die Induktions-Wokstelle angetan...

Was ich zuhause auch gerne hätte, war der Mitarbeiter, der ständig abgeräumt, aufgeräumt und abgespült hat. Wir Kochschüler haben dabei zwar auch geholfen, aber es blieb genügend Arbeit für den netten Herrn.

Viel geschnibbelt, gebrutzelt, gebacken, dekoriert wurde an diesem Tag. Mich haben die frischen Zutaten beeindruckt - bei uns auf dem Land tue ich mich schwer damit, bei meinen Spontanaktionen ohne weite Fahrerei an frischen Koriander, Tunfisch u.ä. zu kommen - hier war alles in Hülle und Fülle vorhanden.

Unser Menü war folgendes:
  • Variation vom Tunfisch
  • Garnelen im Orangen-Chili-Mantel und geschmorter Paprikasalsa
  • Kürbis-Curry-Süppchen mit Zitronengras-Kokos-Schaum und knusprigen Schinkenröllchen
  • Steinbutt unter der Kartoffelkruste auf Kohlrabi und Rotweinbutter
  • Rosa pochiertes Kalbsfilet im Kräutermantel auf Pfifferling-Gnocchi-Ragout
  • Apfelkuchen mit Marzipan und Nüssen nebst einem spontanen Vanilleeis
Hier ein paar Impressionen (wenn man auf die Fotos klickt, wird das ganze größer - oder mit Hilfe der rechten Maustaste in neuem Fenster oder Tab öffnen):

Es gab keine fest eingeteilten Gruppen, jeder konnte mehr oder weniger dort mithelfen oder agieren, wo er wollte. Ich war am Anfang mit dem Filetieren des Steinbutts beschäftigt (s. Foto ganz oben), dann habe ich Fabian und Dragan beim Tunfisch unterstützt, Kohl in hauchdünne Streifen geschnitten, Gnocchiteig portioniert, zwischendurch einen fast überkochenden Topf mit Milch für das Eis gerettet, den Mürbeteig für den Kuchen verkostet, usw.

Hier der Werdegang der Garnelen:

Und so sah der Steinbutt übrigens dann auf meinem Teller aus. Wunderbar!

Die Rotweinbutter war übrigens sehr gehaltvoll - als ich gesehen habe, welche Mengen Butter unter die Sauce montiert wurden, machte ich mir kurz meine Gedanken und wünschte mir einen Schnaps herbei... ;-)

Gelernt habe ich auch, dass es bei Gnocchi auf Gefühl ankommt. Der Teig muss liebevoll, aber nicht zu lange geknetet werden, damit er die richtige Konsistenz bekommt. Irgendwie hat das nicht ganz geklappt, die Kartoffelklößchen liefen etwas auseinander, was aber nicht wirklich auffiel.

Das Kalb wurde im Vakuum für 20 Minuten bei 65 Grad gegart, danach mit Kräutern und Knoblauch gewürzt und am Schluss angebraten. Für den Hausgebrauch empfiehlt das Rezept, das Filet in Alufolie verpackt in siedendes Wasser zu geben - für die, die kein Vakuumgerät zuhause haben.

Ich fand es auch bemerkenswert, dass die Köche immer den Überblick bewahrten, nie hektisch wurden, uns Schnattergänse auch mal zum Schweigen brachten, uns vieles zeigten, genügend Zeit zum Ausprobieren, Fotografieren, Schlemmen, Genießen, Reden und natürlich auch selber Kochen ließen. Es hat richtig Spaß gemacht!

Zum Schluss bekamen wir eine Urkunde, eine Muskatmühle sowie das neueste Buch Der große Lafer geschenkt, das ich klasse finde! Auf dem Hotelzimmer hatte schon ein Dankeschön von HP mit Kalahari-Salz und weißem Malabar-Pfeffer sowie 2 Pralinen in einem hübschen Schächtelchen zum Mitnehmen gelegen. Weihnachten kann dieses Jahr auch nicht mehr schöner werden... :-)

Was mir in den zwei Tagen am meisten auffiel, war die Marketing-Maschinerie Johann Lafer.

Der Mann und die Produkte, für die er steht und wirbt, ist omnipräsent. In der Hotel-Lobby und in der Kochschule gibt es nicht nur seine Bücher, Gewürze, Fonds, Säfte sondern auch Kochartikel, Pralinen, usw. zu kaufen - alles mit Foto des strahlenden Meisters.

Johann Lafer selbst war menschlicher und offener als ich ihn mir vorgestellt hatte (im Fernsehen kommt man doch ganz anders rüber...) und motiviert sowie äußerst humorvoll bei der Sache, immer interessiert daran, uns etwas beizubringen und auf unsere Fragen einzugehen. Ich denke, seinen Leitsatz Ein Leben für den guten Geschmack lebt er wirklich. Das hat mir gefallen.

Etwas irritiert waren die Nicht-Foodblogger davon, dass die ganze Zeit so viel fotografiert wurde - sowohl beim Abendessen als auch beim Kochkurs. Auf der anderen Seite hat dies den Vorteil, dass so viele an unserem Erlebnis teilhaben können - zumindest virtuell! Wir Blogger werden marketingtechnisch als Influencer gesehen und ich hoffe, dass ich Euch mit diesem Bericht beeinflusst habe. ;-)

Weitere Berichte mit vielen Fotos findet Ihr bei Sivie, Claudia, Zorra, Mia (2x) und Peggy.

Wer schon einen Touchscreen sein eigen nennt, kann das neue Rezepteportal von Johann Lafer per Fingerdruck bedienen und sich Rezepte herunterladen. Es geht aber auch klassisch mit Maus und Tastatur.

Einen Link habe ich vorhin noch zufällig gefunden, der gut passt: Es gibt ein Web-Special von HP und Johann Lafer mit Infos zu dem HP Touchsmart PC, Tipps und Tricks sowie einem Gewinnspiel.

Vielen Dank an Johann Lafer, HP und die PR-Agentur Edelman, die mir dieses Erlebnis ermöglicht haben!!!

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