Manchmal braucht man schnell eine Torte... :-)
Seit einiger Zeit lag Rachel Allen's
Familienkochbuch auf meinem Schreibtisch. Ich hatte das Buch letzten Advent bei
Valentinas-Kochbuch.de gewonnen. Der kurze Mailwechsel mit der Betreiberin Katharina war sympathisch und das Buch hat etwas positives, unkompliziertes an sich, das mir gut gefällt. Katharinas Rezension (besser als ich sie je schreiben könnte) findet sich
hier.
Rachel Allen scheint wie ich eine Vorliebe fürs Backen zu haben. Ich habe mir einige Rezepte vorgemerkt, z.B. ihre Zitronenkekse, Muffins oder einen Rahmkuchen mit Kardamom. Da so langsam die Rhabarberzeit zu Ende geht, bin ich dann doch bei einer Torte mit Rhabarbersahnecreme hängen geblieben.

Es handle sich um eine auch als Geburtstagkuchen beliebte klassische Biskuittorte. Da Butter und Zucker schaumig geschlagen werden, dann Eier dazu kommen und mir alles eher nach Rührteig klingt, habe ich kurz recherchiert: Im englischen Sprachraum gibt es
Sponge Cakes, die eigentlich unserem
Biskuit entsprechen. Wenn dann noch Fett dazu kommt, spricht man von einem Victoria Schwammkuchen, daher wohl die Übersetzung Biskuit.
Ich erinnere mich gut an diese kleinen
englischen Kuchen, die mit Marmelade und Sahne gefüllt überall zu haben sind. Dafür werden zwei kleine Kuchen separat gebacken, dazwischen kommt die Füllung.
Da ich nur eine einzige 18cm-Form habe (viele sind der Meinung, das sei schon eine zu viel...), kam ich auf die Idee, einfach eine große Form zu nehmen und nur einen halben Kuchen zu machen. Es kam ja nicht auf die Optik an, und mehr als einen halben Kuchen schaffen wir zu zweit eh nicht. ;-)

Der Teig ließ sich wunderbar verarbeiten. Nur war ich hungrig und habe den Anweisungen im Buch getraut, die Sahne unter den lauwarmen Rhabarber gerührt und schwupps war die Rhabarbercreme natürlich zu flüssig - ich hätte es mir denken können... Bei Rachel Allen steht
da nämlich auch "allow to cool", was ich leider zu spät gesehen habe, während die deutschen Übersetzerin den "leicht abgekühlten Rhabarber" mit der Sahne mischt. Schlechte Übersetzung! So etwas finde ich ärgerlich. :-(
Beim Raustragen in den Garten zerbrach dann noch ein Stück des oberen Bodens, aber was soll's: Lecker war's, ich wollte sofort ein Stück Torte, dafür war der Kuchen dann wirklich ideal. :-)
| ========== | REZKONV-Rezept - RezkonvSuite v1.4 |
| Titel: | Victoria Sponge Cake mit Rhabarbercreme |
| Kategorien: | Backen, Torte, Rührteig, Rhabarber |
| Menge: | 1 Torte* |
Zutaten
| H | FÜR DEN KUCHEN |
| 130 | Gramm | | Weiche Butter |
| 120-180 | Gramm | | Extrafeiner Zucker |
| 3 | | | Eier |
| 180 | Gramm | | Mehl |
| 1 | Teel. | | Backpulver |
| 1 | Essl. | | Milch |
| | | Puderzucker zum Bestäuben |
| H | FÜR DIE RHABARBERCREME |
| 100 | Gramm | | Rhabarber, geputzt und in kleine Stücke |
| | | -- geschnitten |
| 35-50 | Gramm | | Zucker |
| 4 | Essl. | | Wasser |
| 80 | Gramm | | Sahne |
Quelle
| nach Rachel Allens "Biskuittorte mit Rhabarbercreme" |
| Mein Familienkochbuch, Lieblingsrezepte für jeden Tag |
| Erfasst *RK* 16.06.2010 von |
| Barbara Furthmüller |
Zubereitung
Backofen auf 180°C Ober-/Unterhitze oder 160°C Umluft vorheizen. Ein oder zwei Springformen* ausfetten und bemehlen, die Böden mit Backpapier belegen.
Butter und Zucker schaumig rühren. Die Eier einzeln gründlich unterrühren, so dass eine gebundene cremige Masse entsteht. Mehl und Backpulver mischen, sieben und untermischen. Zum Schluss die Milch unterrühren.
Den Teig in die Form oder in die Formen verteilen. Jeweils in die Mitte eine kleine Vertiefung drücken, damit sich die Tortenböden beim Backen weniger wölben. 20-25 Minuten backen.
Auf einem Kuchengitter abkühlen lassen. Dabei, wer es optisch schöner mag, daran denken, dass der Boden, der oben sein soll, umgedreht auf das Gitter gelegt wird, so dass die Oberfläche später kein Gittermuster aufweist.
Für die Rhabarbercreme Rhabarberstücke, Zucker und Wasser in einen Topf geben und zum Kochen bringen. Zugedeckt etwa 10 Minuten köcheln lassen, bis der Rhabarber weich ist. Offen weiterkochen, bis das Wasser verdampft ist. Es ist wichtig, dass nicht mehr allzu viel Flüssigkeit in der Masse ist. Abkühlen lassen. Sahne steif schlagen und unter die Rhabarbermasse mischen. Wer mag, kann den Rhabarber auch pürieren: Das geht am einfachsten, wenn man nur einen Teil der Sahne unter den Rhabarber mischt, püriert und dann den Rest der Sahne unterhebt.
Wenn man zwei kleine Böden gebacken hat, den unteren Boden mit der Creme bestreichen und den zweiten darauf setzen. Wenn man einen großen Boden gebacken hat, diesen halbieren, so dass man zwei Halbkreise hat. Die Creme auf die eine Hälfte geben, den zweiten Halbkreis darauf legen.
Die Torte dick mit Puderzucker bestäuben und bis zum Verzehr kühl stellen.
* Rachel Allen bäckt diesen Kuchen in zwei Springformen von 18 cm Durchmesser. Ich wollte nur eine "halbe Torte" und habe daher eine große Form genommen; ich hatte eine 22er, weil ich viel vom Teig genascht habe und dicke Böden wollte, aber am besten eignet sich wohl eine 24cm oder sogar eine "normale" 26cm-Form.
Anmerkungen Barbara:
Dies ist ein klassischer irischer oder englischer Victoria Sponge Cake, der in zwei Formen gebacken und danach gefüllt wird. Die Teigschichten sind deutlich dicker als wir das von unseren Torten gewohnt sind. Die Creme verbindet sich auch nicht so mit den Böden, da sie direkt auf der Außenkruste sitzt. Sie rutscht daher leicht weg, vor allem wenn man sie aufschneidet.
Den Begriff Biskuit in diesem Zusammenhang mag ich nicht, ich habe die Torte daher umbenannt. Es ist ein saftiger Rührteig, der deutlich kompakter ist als das, was wir hierzulande unter Biskuit verstehen.
Mir war der Kuchen und die Creme leicht zu süß, obwohl ich schon deutlich weniger Zucker genommen hatte! Ich habe meine empfohlenen Werte als erste Zahlen, hinter dem bis-Zeichen (dem -) dann die Originalmengen.
Laut Rachel Allen schmeckt die Torte auch gut mit Erdbeer-, Himbeer- oder Brombeersahne. Klassisch ist der Victoria Sponge Cake auch ohne Sahne und Puderzucker, nur mit Marmelade, aber der Phantasie sind fast keine Grenzen gesetzt: Ich habe schon Rezepte mit Buttercreme, Schoko, Nüssen, usw. gesehen. Meist ist er klein, d.h. optimal in zwei 18cm-Formen gebacken.
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Abgekühlt aus dem Kühlschrank schmeckt der Kuchen auch lecker. Am nächsten Tag hat er leicht durchgezogen und schmeckt da auch wunderbar.
Wer mehr darüber erfahren möchte, wie Iren kochen und backen, dem empfehle ich die Erfahrungen von
Claudia, die zurzeit dort eine Kochschule besucht, an der u.a. auch Rachel Allen unterrichtet, und die davon ausführlich und informativ
berichtet.

Da dies das erste Rezept ist, das ich aus dem Buch nachgebacken habe und das Buch jetzt schon einige Zeit herum lag, ist es ein optimaler Juni-Kandidat für
Foodfreaks monatlichen Blog-Event
DKduW.